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† Feuertanz 24.06.2006 †

Am frühen Nachmittag trudelten wir in Abenberg ein. Ein sehr schönes kleines Städtchen mit einer tollen Altstadt rund um die Burg. Auch die Parkplatzmiete war sehr erschwinglich: 2,-€ und man konnte bleiben solang man wollte. Es war recht heiß und wir stellten uns an das Ende einer ewig erscheinenden Schlange. Meinem Freund machte das Wetter sehr zu schaffen und so schob sich die Schlange nörgelnd voran. Auch der Anblick einer Fußballkneipe wollte uns nicht so ganz gefallen doch zum Glück waren wir da nicht alleine.
Mit einem hübschen blauen Papierbändchen am Arm konnten wir dann das Burggelände betreten. Ich war das erste mal hier und auch gleich Feuer und Flamme für die schöne Burg, die ganzen schwarzgekleideten Menschen dort und das mittelalterliche Ambiente! Es spielte grad noch keine Band also schlenderten wir erst einmal über das Burggelände. Im Hof war ein mittelalterlicher Markt aufgebaut und auf einem kleinen baumbewachsenen Aussichtsplateau waren die Merchandising-Stände aufgebaut. Hier saßen viele im angenehmen Schatten, denn die Sonne brannte weiterhin unerbittlich vom Himmel. Auch vor der Bühne saßen etliche Leute auf Decken oder dem bloßen staubigen Boden. Mein Freund und ich gesellten uns auch dazu, doch nahmen wir lieber auf den Steinstufen platz.

Pünktlich um 14 Uhr begann dann das erste Konzert. Zwar betrat erst einmal ein sehr struppig aussehender Sprecher die Bühne, danke uns für unser Kommen und versprach die Fußballergebnisse in den Umbaupausen durchzusagen. Leider gab es doch tatsächlich Leute im Publikum die ihm dafür zujubelten, aber während das meinen Freund wieder zu einer Meckertirade anstiftete überging ich das in Erwartung der ersten Band.
Lacrimas Profundere sind eine recht neue deutsche Goth-Rock-Band, welche auch grad ein neues Album in den Startlöchern sitzen haben. Leider ist es noch nicht veröffentlicht und so konnte man manchen der gespielten Liedern auch nicht so recht folgen. Jedoch tat das der Zuhörfreude keinen Abbruch und bei berühmteren Stücken wie Amber Girl konnte ich dann doch auch wieder mitsingen.
Insgesamt legten die sechs Herren einen sehr sauberen und souveränen Auftritt hin! Sänger Christopher fegte wie ein Wirbelwind über die Bühne und auch der Rest der Band lieferte dem Publikum eine gute Bühnenshow. Leider war der Spaß nach 45 Minuten schon vorbei. Der Zeitplan wurde eng eingehalten! Ein kleiner Trost war die für 19:30 Uhr angekündigte Autogrammstunde!
Homepage: Lacrimas.com

Als nächstes waren Furunkulus und Xandria angekündigt. Jedoch reizten die uns gerade mal für ein zwei Photos und während das Konzert auf der Burg weiterging schlenderten wir in die Stadt hinunter. Ein Eis war genau das Richtige bei der Mordshitze und auch der Weg zum etwas weiterabgelegenem Netto gestaltete sich als nicht allzu schwierig. Erst nach etwas längerer Zeit schlichen wir wieder zur Burg hoch. Xandria waren immer noch am spielen, so setzten wir uns auch in den Schatten bei den Merchandisingständen. Ein paar Jungs von Schelmish haben sich an ihrem Stand versammelt und schossen mit Gummis durch die Gegend.
Ich fand das sehr belustigend und sah mir das eine Weile an. Vor allem Luzi das L hatte es mir angetan; so klein und doch so erfolgreich... kleiner als ich... Ich muss zugeben das freute mich ungemein. Jedoch stapften sie bald in Richtung VIP-Bereich davon um Fußball zu schauen. Auch wir bekamen von unserem Schattenplatz unfreiwillig mit, wie die deutsche Mannschaft leider Gottes gewann...

Als nächstes pilgerten wir zu Letzte Instanz. Das Album Ins Licht hatte mich schwer beeindruckt und gerade Das Stimmlein hatte es mir sehr angetan und so war ich sehr gespannt wie die Jungs live so drauf sind. Jedoch bekamen wir erst mal eine kräftige Dusche als wir uns endlich nach fast ganz vorne durchgekämpft hatten. Die Abenberger Feuerwehr wollte uns bei der Hitze wohl etwas Gutes tun und spritze Wasser in die Menge. Und das nicht wenig!
Patschnass sahen wir zur Bühne auf, als der Sprecher wieder sein von Ähs und Öhms durchzogenes Sprüchlein aufsagte. Dann tauchte endlich einer nach dem anderen auf der Bühne auf und es kam richtig Stimmung auf in der Menge. Zwar mussten wir noch immer die Wässerungsaktionen über uns ergehen lassen doch das lies dann auch endlich nach. Vor uns postierte sich dann noch ein männliches Groupie, der irgendwie versuchte alle nur möglichen Bewegungen auf einmal zu vollführen und dabei seine ganze nähere Umgebung in Gefahr brachte, aber mich störte er nicht weiter. Ich ruckte einfach nach links, um mich ganz auf die Letzte Instanz konzentrieren zu können.
Und ich wurde nicht enttäuscht! Neben vielen Liedern aus dem neuen Album kamen aber auch ältere Sachen wie Mein Todestag oder Medusa nicht zu kurz. Holly schaffte es wunderbar die Lieder rüberzubringen und man merkte ihm an, wie gut er sich als neuer Sänger in die Band eingegliedert hatte. Ausdrucksstark und sehr publikumsbezogen lieferte er eine 1a Show ab und ergänzte sich super mit Zweitsänger und Gitarrist Holly D. Auch der
Rest der Band schien den Auftritt sichtlich zu genießen und vor allem Benni Cellini und sein Cello und M. Stolz und seine Violine animierten das begeisterte Publikum zum Mitsingen und –tanzen. Nur bei Das Stimmlein merkte man schon, dass die Stimmen von Thomas (Schandmaul), Eric (Subway to Sally) und Sven (Zeraphine) dem Lied fehlten, doch auch ohne seine drei Mitstreiter brachte Holly das Publikum zum kochen, tanzen und mitsingen.
Homepage: Letzte-Instanz.de

Noch bevor sich die Jungs richtig verabschiedet hatten, hatten wir uns schon durch die wogende Menge gekämpft und uns auf den Weg zur Lacrimas Profundere-Autogrammstunde, um unsere Büchlein einzuweihen. Nach einer Weile im Gedränge und einer interessanten Diskussion zweier Bandmitglieder über einen Stift überlies ich meinem Freund das anstehen und wartete im Schatten auf ihn.
Danach suchten wir noch einmal das Städtchen auf, um einen sonnigen Platz zu finden wo wir uns trocknen konnten. Trotz der vergangenen Zeit waren wir nämlich immer noch nass bis auf die Knochen. Ich nutzte die Gelegenheit gleich noch und holte mir ein bisschen Geld, hatte ich es doch auf die neue Schelmish-CD abgesehen!

Auf dem Weg zurück schall uns schon Freigang entgegen und wir beeilten uns wieder vor die Bühne zu kommen. Jedoch trauten wir uns diesmal nicht mehr so nahe hin. Die Sonne stand zwar schon ziemlich tief und so warm war es auch nicht mehr, doch da vorne spritzten sie immer noch rum und noch einmal nass werden wollten wir nicht.
Also verfolgten wir die Show von weiter hinten, doch das dämpfte die mittelalterliche Atmosphäre kein bisschen. Der Alptraum aller Spielleute machte seinem Namen wieder einmal alle ehre und so boten sie uns neben frechen Ansagen Seitens Band-Opa Dextro und der einmaligen Tanzeinlage von Luzi bei Die Rotta Musik vom Feinsten! Neben vielen Akkustikstücken wie Galapagos und Inter Regio brachten sie viele gute Lieder der neusten CD Mente Capti. Es war ein Riesenspaß den über die ganze Bühne marschierenden Schelmen zuzuschauen!
Selbst die recht gewagten Lieder Tanz mit mir und Marionette kamen beim Publikum super an und es wurde getanzt und applaudiert. Wieder einmal fragte ich mich warum unsere ortsansässigen Clubs nicht so gute Musik spielen. Als Zugabe brachten Schelmish dann eine ganz eigene Version des Kulthits Ring of Fire und schließlich da konnte keiner mehr still stehen bleiben!
Homepage: Schelmish.de

Nun hielt uns aber nichts mehr vor der Bühne. In Extremo würden wir auch noch auf dem M’Era Luna sehen und allzu interessant fand ich die Band auch nicht, vor allem nach dem neuesten Album. Ein Photo wurde trotzdem gemacht.
Wir lungerten eine Weile am Burgtor herum, beobachteten wie die Leute über eine bösartige Stufe fielen und wie Besoffene herumtorkelten. Dann kam ich endlich zu meiner neuen CD und während ich noch glücklich durch die Gegend hüpfte und mein Schatz vergeblich versuchte Bilder von der nächtlichen Skyline Abenbergs zu machen leerte sich der Platz zusehends. Irgendwie strömte alles zu In Extremo.
Wir waren auch schon am heimgehen als sich eine Frau an uns vorbeidrückte Richtung Merchandisingstand. Mein Schatz wirbelte sofort herum und hatte mit seiner Behauptung ziemlich recht. Das war doch Des Demonia, die starke Frau von Schelmish nur eben in Zivil! Wie ich mir schon gedacht hatte war sie supernett und gab uns auch gleich ein Autogramm für unsere Büchlein. Sie verriet uns dann auch, dass die anderen Schelme sich noch einfinden würden, wenn sie ihre Sachen eingepackt hatten und so warteten wir noch ein wenig. Tatsächlich kamen nach kurzer Zeit Luzi, Dextro und Fragor angetrabt, die uns auch bereitwillig ein Autogram gaben. Luzi sogar mit eigenem (und wohlbehütetem) Stift. Auch Sekepharus und Rimsbold erwischten wir noch und bekamen unsere drei Kreuze. Schließlich ergatterte ich sogar noch ein Photo mit Luzi meinem Lieblingsschelm! Glücklich und überaus zufrieden verließen wir schließlich die Burg, vor uns einen etwas stinkigen Luzi der seinen Stift doch verloren hatte. Da wir ja unverschämter Weise während des noch laufenden In Extremo-Konzerts abhauten war die Straße auch herrlich frei und wir machten uns auf den Heimweg.

Schlussstatement: Es war ein herrlicher Tag und Letzte Instanz und Schelmish bleiben unvergessen! Die Performance beider Bands und die geile Fannähe der Schelme machte einen perfekten Tag mit meinem Schatz und guter Musik zu einem echten Highlight!
Homepage: Feuertanz-Festival.de

 

Bilder findet ihr hier: Feuertanz ~ Bilder
Video von YouTube: Schelmish ~ Ring of Fire